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East Cape

Es gab nicht viele Ecken in Neuseeland, die ich in den drei Monaten noch nicht gesehen hatte. Das East Cape, das heißt ein Teil der Ostküste der Nordinsel, gehörte aber dazu. Als ich Anfang Dezember meine Reise mit dem Campervan startete, ging es nämlich die Westküste entlang Richtung Süden und von dort auf die Südinsel. Deshalb war auch schnell klar, dass ich in meinen letzten vier Wochen an der Ostküste entlang nach Auckland fahren würde.

 

Von Wellington ging es zuerst durchs Landesinnere Richtung Norden. Innerlich hatte ich mich schon auf herbstliche Temperaturen eingestellt. Umso mehr freute ich mich dann, dass es noch richtig sommerlich warm war. Glück gehabt :)

 

Unterwegs entdeckte ich ein paar wirklich nette kleine Campingplätze, die kaum besucht waren und vor allem das Städtchen Greytown war richtig süß. 

Der erste Stopp an der Ostküste war Napier. Durch das Erdbeben im Jahr 1931 wurde die Hafenstadt fast komplett zerstört und im Anschluss im Art-déco-Stil wieder aufgebaut. Die Häuser sind definitiv ein Hingucker und Napier hat dementsprechend einen besonderen Flair. Außerdem gibt es eine hübsche Strandpromenade und einen langen Stadtstrand.

Je weiter ich nach Norden kam, desto ruhiger und weniger touristisch wurde es. Der Reiseführer hatte definitiv recht: Zum East Cape fahren nur die, die viel Zeit haben und/ oder wirklich alle Ecken Neuseelands sehen wollen. Genau der richtige Ort für mich also :)

Die Reise Richtung East Cape war einfach herrlich entspannt. Schöne Strände, wenige Leute, ein paar nette Wanderungen und... viele Schafe :)

 

Die einzige etwas größere Stadt auf dem Weg an die Ostspitze war Gisborne. Übrigens der Ort, an dem Captain Cook im Jahr 1769 das erste Mal an der neuseeländischen Küste anlegte. 

Nachdem ich schon an der nördlichsten Spitze der Nordinsel (Cape Reinga) und am südlichsten Punkt der Südinsel (Slope Point) war, passte es ganz gut, jetzt auch noch einen Abstecher an den östlichsten Zipfel Neuseelands zu machen: East Cape Lighthouse. So stellte ich seit langem mal wieder den Wecker, um pünktlich zum Sonnenaufgang am Leuchtturm zu sein. Eine kurze Fahrt vom Campingplatz und 800 Stufen zum Leuchtturm wurden mit einem herrlichen Ausblick belohnt.

Auf der Rückfahrt vom Leuchtturm begegneten mir dann zur Abwechslung mal nicht nur Schafe und Kühe, sondern auch jede Menge Pferde - eines sogar mitten auf der Straße :)

Fazit: Ich stimme dem Reiseführer voll und ganz zu! Wenn man Zeit hat und vor allem, wenn man abseits der Touristenpfade unterwegs sein will, sollte man auf jeden Fall die Ostküste der Nordinsel bereisen. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich noch die Zeit hatte, diese schöne Ecke Neuseelands zu erkunden.