· 

Pinguine?

Mittlerweile habe ich ja wirklich schon einige Tiere in freier Wildbahn gesehen. Pinguine sind mir allerdings noch nie untergekommen. Umso mehr freute ich mich, als ich gehört und gelesen habe, dass verschiedene Pinguinarten in Neuseeland heimisch sind. So machte ich mich also an der Ostküste der Südinsel auf "Pinguinsuche". Die Vorfreude war groß und meine Geduld wurde definitiv auf die Probe gestellt :)

 

Den ersten "Versuch" startete ich am Strand von Curio Bay. Es hieß, dass die Gelbaugenpinguine vor Sonnenuntergang - so ab 17 Uhr - ans Land kommen, um sich um ihre Brut zu kümmern. Yellow-Eyed Penguins gehören zu den seltensten Pinguinarten der Welt. Es gibt nur etwa 6000 Tiere und sie kommen nur im südlichen Neuseeland, auf den Auckland- und den Campbellinseln vor.

 

Um 17.30 Uhr machte ich mich also bereit und wartete "sehnsüchtig" auf die Pinguine... Ich wartete und wartete. Langsam wurde es kalt und ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich nicht doch eine lange Hose angezogen hatte. Zurück zum Campingplatz gehen, um mich umzuziehen, kam aber nicht in Frage, weil ich ja dann vielleicht die Pinguine verpasst hätte. Das wollte und konnte ich natürlich nicht riskieren :) Also wartete ich weiter... Irgendwann war es dann fast 21.30 Uhr und dann kam er. Ja er! Es war nämlich genau EIN Gelbaugenpinguin! Traurig, aber wahr: Vor einigen Jahren gab es an gleicher Stelle noch eine ganze Pinguinkolonie und in diesem Jahr sind es wohl nur zwei oder drei Pinguine. Und einer ließ sich an diesem Abend blicken... So gesehen hatte ich Glück, dass ich überhaupt einen gesehen habe. Leider allerdings ziemlich weit entfernt und im Halbdunkeln. Fototechnisch also - trotz guter Kamera - sehr schwierig... Aber ein "Beweisfoto" gibt es trotzdem :)

Das Gute an der Warterei war, dass ich in Ruhe die Abendstimmung genießen konnte. Ist ja auch immer schön!

Am nächsten Morgen wartete dann aber eine Überraschung auf mich. Denn bei meinem Strandspaziergang entdeckte ich im Wasser mehrere Hector-Delfine im Wasser! Das war wirklich ein tolles Erlebnis! Ich wusste zwar, dass diese hier vorkommen, aber nachdem ich ein bisschen enttäuscht war von meiner "Pinguinsuche", machte ich mir nicht wirklich Hoffnungen... Umso mehr habe ich mich gefreut! Hector-Delfine sind die kleinsten ihrer Art und kommen nur in Neuseeland vor. Sie werden gerade mal 1,50 Meter groß.

Curio Bay war auf jeden Fall ein netter Start für meine "Pinguinsuche", die hiermit aber noch nicht beendet war. Ich wollte schon gerne noch ein paar mehr Pinguine sehen.

 

Die "Pinguinsuche" ging also weiter. Und zwar südlich von Dunedin am Strand der Sandfly Bay. Diesmal bin ich extra ein bisschen später gekommen und dann haben mir die ehrenamtlichen "Aufpasserinnen" erzählt, dass schon zwei Gelbaugenpinguine aus dem Wasser gekommen wären... Tja, so ist das Leben :) Sandfly Bay heißt übrigens nicht so wegen der Sandfliegen, sondern im Gegenteil: Die Bucht ist SO windig, dass es dort gerade KEINE Sandfliegen gibt! 

Also wartete ich mal wieder... Netterweise durfte ich mir immer wieder mal das Fernglas ausleihen. (Definitiv meine nächste Investition. Erleichtert das Beobachten der Tiere enorm!)

Die zwei Damen waren sehr nett und erzählten jede Menge interessante Dinge über die Pinguine und die Seelöwen, die hier auch am Strand faul in der Sonne lagen. Irgendwann ließ sich dann der (für mich) erste Gelbaugenpinguin (des Tages) blicken und watschelte fröhlich aus dem Meer kommend den Hang hinauf. Leider ziemlich fotountauglich, da gegen die Sonne und mit viel, viel Wind.

So machte ich noch einen kleinen Strandspaziergang und beobachtete die Seelöwen. Die lassen sich nämlich immer bereitwillig fotografieren, weil sie meistens schlafend im Sand liegen...

Da ich die Möglichkeit hatte, direkt oberhalb der Sandfly Bay zu übernachten, machte ich mich am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang noch einmal auf den Weg zum Strand. Und tatsächlich entdeckte ich nach wenigen Minuten einen Gelbaugenpinguin, der Richtung Wasser watschelte... Sehr süß anzuschauen :) Diesmal festgehalten in einem kleinen Video, das ich hier aber leider nicht "einfügen" kann...

 

Die Seelöwen lagen auch schon wieder faul am Strand rum und zu guter Letzt gab es noch einen traumhaften Sonnenaufgang! Der Abstecher zur Sandfly Bay hat sich also definitiv gelohnt! 

Meinen nächsten Pinguin entdeckte ich total unerwartet, als ich am Shag Point eine Seehundkolonie beobachtete. Er saß einfach so da. Im Felsen. Am helllichten Tage. Es war allerdings kein Gelbaugenpinguin. Meine Recherche im Internet ergab, dass es sich um einen Dickschnabelpinguin aus der Gattung der Schopfpinguine handelte. Süß war er aber trotzdem :)

In der Nähe von Dunedin hätte man auch die Möglichkeit gehabt, die kleinen blauen Pinguine (Zwergpinguine) zu beobachten, die sich allerdings erst nach Sonnenuntergang blicken lassen. Da ich schon am Nachmittag an besagtem Ort war und nicht extra noch einmal dorthin fahren wollte, ließ ich mir diese Gelegenheit entgehen. Die Little Blue Penguins sind die kleinsten Pinguine, die es gibt. Sie werden maximal 40 Zentimeter groß und wiegen gerade mal 1 Kilogramm.

Zu dem Zeitpunkt konnte ich ja noch nicht ahnen, dass ich genau solche kleinen blauen Pinguine ein paar Wochen später bei meiner Bootstour in Akaroa (in der Nähe von Christchurch) im Wasser sehen würde. Da war die Freude natürlich groß!

Leider ist es wohl tatsächlich so, dass die Zahl der Pinguine in den letzten Jahren sehr zurückgegangen ist, was sehr traurig ist. Immer wieder liest man davon, dass Pinguine tot am Meer angespült, von Wilderern aus Nestern gestohlen oder von Hunden gerissen werden :(

 

P.s.: Die Pinguinfotos habe ich ausnahmsweise am Laptop ein bisschen bearbeitet, denn die Originale waren wirklich nicht besonders gut. Bin selbst überrascht, was so eine kleine "Optimierung" ausmacht... Sonst sind alle Neuseelandfotos unbearbeitet. Da gibt es meiner Meinung nach auch nichts zu optimieren. Die Natur ist einfach so schön, da braucht es weder Filter noch Optimierungen der Fotos.