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7 Tage

Eigentlich wollte ich heute meinen ersten Artikel über und vor allem AUS Mexiko schreiben. Aber manchmal kommt es anders als man denkt und so sitze ich jetzt wieder - nach einem kurzen Abstecher nach Mexiko - in Belize.

 

Es fing alles ganz gut an. Mit dem Bus ging es von Orange Walk Town an die mexikanische Grenze. In Belize habe ich mich erfolgreich "ausgestempelt" und dann einen kurzer Spaziergang über eine Brücke nach Mexiko  gemacht. Dort begegnete mir dann die "Pink Lady" (siehe Foto), die mich nonstop vollgequatscht hat. Keine Ahnung, ob sie betrunken und/ oder auf Drogen war. Auf jeden Fall war sie recht aufdringlich und ist mir nicht mehr von der Seite gewichen. Auch nicht, als ich an der mexikanischen Grenze die Touristenkarte ausgefüllt habe. Die "Pink Lady" erwähne ich nur deshalb, weil ich es mir nicht anders erklären kann, dass ich an der Grenze so unaufmerksam war und nicht bemerkte, dass mir der Typ am Schalter ein Visum von gerade mal 7 Tagen ausstellte! Man muss dazu sagen, dass er kein Wort mit mir gesprochen und mich auch nicht gefragt hat, wie lange ich in Mexiko bleiben möchte. Denn eigentlich ist es für Deutsche kein Problem, ein Visum von bis zu 180 Tagen zu bekommen.

 

Auf jeden Fall bemerkte ich erst im Hostel in Chetumal (Mexiko), dass der Typ an der Grenze mit Pink (Ironie des Schicksals) bei Temporidad, d. h. bei meiner Aufenthaltsdauer, "7 Tage" geschrieben hatte. Das war natürlich viel zu kurz. Ich will ja mehrere Wochen durch Mexiko reisen. Nachdem ich etliche Leute im Hostel gefragt und im Internet nachgelesen hatte, kam es mir immer mehr so vor, als hätte ich einfach Pech gehabt. Das machte alles einen sehr willkürlichen Eindruck.

 

Trotzdem wollte und konnte ich mit dieser Touristenkarte nicht einfach wochenlang durch Mexiko reisen. Da die Grenze nicht weit von Chetumal entfernt ist, setzte ich mich am nächsten Tag direkt wieder in den Bus dorthin, um noch einmal nachzufragen. Leider geriet ich an eine mehr als unfreundliche Frau, die mir so gar nicht weiterhelfen konnte und wollte. Und nicht nur das. Sie glaubte mir nicht einmal, dass ich am Tag zuvor an eben dieser Grenze eingereist war. Sie warf mir vor, ich würde lügen und wäre über eine andere Grenze gekommen. Wobei ich auch nicht weiß, was das für einen Unterschied gemacht hätte. Irgendwann hat sie dann so schnell Spanisch gesprochen, dass ich nur noch maximal die Hälfte verstanden habe. Ich hatte aber definitiv so viel verstanden, dass SIE mir nicht weiterhelfen würde! 

 

Also war ich mal wieder ziemlich "verloren" und wusste so gar nicht, was ich machen soll. Die Deutsche Botschaft verwies mich an die Immigrationsbehörde in Mexiko. Die haben aber bis heute nicht auf meine Mail reagiert.

 

Mein ungutes Bauchgefühl blieb auf jeden Fall und so ging es am Tag darauf mit meinem ganzen Gepäck wieder zur Grenze. Diesmal aber, um aus Mexiko aus- und dann hoffentlich direkt wieder einzureisen. So einfach war das aber natürlich nicht. Bei der Einreise in Belize wurde ich dann direkt ins Büro der Immigrationsbehörde geschickt. Dort fühlte ich mich dann wie eine Schülerin, die ins Rektorat gerufen wird. Vor der Tür warten, während drinnen über dein Schicksal entschieden wird :) Meinen Reisepass hatten sie mittlerweile schon mitgenommen und analysierten die vielen Stempel wohl sehr gründlich. Als ich dann reingerufen wurde, schilderte ich der Dame mein Problem, immerhin diesmal auf Englisch, und ich hatte das Gefühl, dass sie mich versteht. Und ganz kurz (!) hatte ich auch die Hoffnung, dass es vielleicht doch alles klappt und ich direkt wieder nach Mexiko einreisen kann. Dem war aber leider nicht so. Ich musste dann noch mal vor der Tür warten und sie haben sich wieder besprochen. Ende vom Lied war, dass sie mir sagte, ich müsste mindestens eine Woche in Belize bleiben, bevor ich wieder nach Mexiko einreisen dürfte. In meinen Reisepass bekam ich eine "Visitor Permit" für sieben Tage Belize. Wieder einmal sieben Tage. Das heißt, am Montag MUSS ich definitiv ausreisen...

 

Und so sitze ich jetzt in Sarteneja, einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste von Belize und starte am Montag einen neuen Versuch, nach Mexiko einzureisen und vor allem länger als sieben Tage bleiben zu dürfen. Daumen drücken wäre also nett :)