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Semuc Champey

Da es von Antigua nach Semuc Champey recht weit war, plante ich einen Zwischenstopp in Cobán ein. Mit dem Chickenbus ging es also zuerst nach Guatemala City. Krass zu sehen, dass hier tatsächlich vor den Geschäften Polizisten mit Maschinengewehren stehen! Ich weiß schon, warum ich in dieser Stadt nicht unbedingt länger bleiben wollte... Im Chaos von Guatemala City meinte dann der Busfahrer irgendwann - er wusste, dass ich nach Cobán wollte - dass ich aussteigen sollte. Ich "fiel" mehr oder weniger direkt in ein Taxi, das mich dann zum richtigen Busbahnhof brachte, von dem aus es nach Cobán ging. Lustigerweise war das teuerste an der Strecke Antigua - Cobán die zehnminütige Taxifahrt in Guatemala City. Und das, obwohl ich den Taxifahrer sogar noch runter gehandelt hatte. Naja, Hauptsache ich bin heil angekommen.

 

Cobán an sich hat nicht viel zu bieten. Highlight war ein nettes Café, das ich am nächsten Morgen entdeckte. Es gab den besten Kaffee seit langem und den ersten Käsekuchen meiner Reise, serviert mit Fruchtgelee - sehr, sehr lecker!

 

Weiter ging es mit einem Minibus nach Lanquín - die letzte halbe Stunde über Schotterpiste! (Im Nachhinein betrachtet war das schon mal ein guter Vorgeschmack auf die Horrorfahrt von Lanquín nach Rio Dulce ein paar Tage später.) Lanquín ist ein winziger Ort, umgeben von grünen Hügeln, in dem kleine rote Tuk-Tuk-Taxis durch die Gegend fahren und ich mal wieder verzweifelt auf der Suche nach vegetarischem Essen war :) In den Städten sind die Menschen da einfach schon ein bisschen "weiter", aber sobald man auf dem Land ist, wissen die teilweise überhaupt nicht, was "vegetarisch" überhaupt bedeutet. Letztlich war aber eine Straßenverkäuferin so nett, mir etwas Vegetarisches herzurichten: Verschiedene Salate mit Tortillas. Ich war glücklich und gestärkt für den nächsten Tag.

 

Die zehn Kilometer von Lanquín nach Semuc Champey legte ich nämlich nicht auf dem Pickup zurück, sondern lief sie zu Fuß. Es war ziemlich heiß, ging fast durchgehend bergauf und war dementsprechend anstrengend. Die Aussicht war allerdings wirklich schön! Trotzdem war ich froh, als ich in Semuc Champey angekommen war.

 

Semuc Champey bedeutet in der Maya-Sprache so viel wie "dort, wo das Wasser/ der Fluss verschwindet" und es handelt sich um ein Naturschutzgebiet. Dort teilt sich der Rio Cahabón in zwei Läufe: Ein Teil sammelt sich oberhalb in mehreren Kalksteinbecken und der andere Teil fließt unterirdisch weiter. Die beiden Läufe treffen in einer Höhle dann wieder aufeinander.

 

Den besten Ausblick hat man vom Mirador, den man nach einem anstrengenden und teilweise etwas rutschigen Aufstieg erreicht. Und hier oben wundert es dann einen auch nicht, warum einige Reisende meinen, Semuc Champey wäre der schönste Ort Guatemalas! Der Ausblich war wirklich wunderschön!

 

Danach folgte der steile Abstieg und dann endlich die wohlverdiente Abkühlung im türkisfarbenen Wasser. Herrlich! Umgeben von kleinen Fischen konnte man hier im kristallklaren Wasser schwimmen und planschen. 

 

Zurück ging es dann nicht zu Fuß, sondern per Pickup. Gegen Abend machte ich dann noch einen Abstecher zu den Grutas de Lanquín, einem großes Höhlensystem am Rande des Dorfes. Wenn die Sonne untergeht, fliegen hier etliche Fledermäuse aus der Höhle, um auf Nahrungssuche zu gehen. Ein schöner Abschluss eines schönen Tages :)